Kapwani Kiwanga

02.02.2020 – 14.06.2020

Die Arbeitsweise von Kapwani Kiwanga (*1978, CA / FR) ist forschungsorientiert, initiiert durch marginalisierte oder vergessene Geschichten und historische Ereignisse, die sich formal in ihren Skulpturen, Installationen, Fotografien und Videos artikulieren. Der Recherchearbeit setzt die Künstlerin eine aussagestarke Materialität ihrer Werke entgegen, mit welcher sie auf soziopolitische Phänomene, Synkretismus oder die globalen Auswirkungen von Machtstrukturen verweist. Sie hinterfragt, wie Geschichtsschreibung, autoritäre Systeme und Wissensgenerierung funktionieren und unterwandert das offizielle Verständnis von Wahrheit, indem sie die Geschichte mit Volksglaube und Spiritualität ergänzt. Das alternative Lesen von Vergangenheit und Gegenwart schliesst eine Vielfalt von Perspektiven mit ein, denen die chronischen sozialen und politischen Momente innewohnen. Kiwanga vermischt bewusst Wahrheit und Fiktion, um hegemoniale Erzählungen ins Wanken zu bringen und Räume zu schaffen, in denen Grenzdiskurse gedeihen können.

In einem anderen Erzählstrang geht es Kiwanga um die Machtdynamik von Architekturen und öffentlichen Bauten, darunter disziplinarische Gebäude, die mit ihren Designelementen eine dezidiert physische und psychologische Qualität der jeweiligen Bauumgebung schaffen. Dort ist der Körper einem Prozess des Sehens und Gesehenwerdens unterworfen und muss vordefinierten Bewegungslinien und Raumstrukturen folgen.

Bild: Kapwani Kiwanga, pink-blue, 2017, Ausstellungsansicht The Power Plant Contemporary Art Gallery, Toronto (CA), 2017; Courtesy the artist, Galerie Poggi, Paris, Galerie Tanja Wagner, Berlin, Goodman gallery, Johannesburg / Cape Town; photo: Toni Hafkenscheid; © Adagp, Paris, 2020

Eine Ausstellung/Veranstaltung von:

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